Dieses Portal ist aus einer privaten Überzeugung entstanden: Mich stört seit Jahren der Unterschied zwischen offen und zugänglich. Amtliche Geobasisdaten gehören allen — und der Zugang zu ihnen sollte so einfach sein wie ein Klick auf eine Karte.
Auf dem Papier sind Deutschlands Katasterdaten inzwischen weitgehend offen — die EU schreibt es sogar vor. In der Praxis sah der Weg zu einem simplen Flurstücks-Datensatz bis vor Kurzem so aus: das richtige von 16 Landesportalen finden, sich durch Downloadcenter, Atom-Feeds, WFS-Endpunkte oder Kachel-Klickkarten arbeiten, dann NAS-XML, GML, Shape oder GeoJSON in drei verschiedenen Koordinatensystemen harmonisieren. Wer das beruflich macht, verliert Tage. Wer es nicht beruflich macht, gibt vorher auf.
Daten, die theoretisch offen, aber praktisch mühsam sind, erreichen genau die Menschen nicht, für die Open Data gedacht ist.
Das finde ich falsch herum. Der Wert offener Daten entsteht nicht im Moment der Veröffentlichung, sondern im Moment der Nutzung — durch das Planungsbüro, die Studentin, den Verein, das Startup, die Journalistin. Jede Hürde davor kostet reale Anwendungen.
Nichts davon ist als Kritik an den Vermessungsverwaltungen gemeint — im Gegenteil: Dass 16 Länder ihre Kronjuwelen inzwischen frei herausgeben, ist ein großer Schritt, und einige Portale (etwa die STAC-Kataloge in Niedersachsen oder die GeoTIFF-Kacheln in NRW) sind vorbildlich. Dieses Portal versteht sich als das fehlende Stück dazwischen: die Schicht, die aus 16 guten Einzellösungen ein einfaches Ganzes macht.
Als Nächstes arbeite ich an den digitalen Geländemodellen (DGM1) aller Bundesländer — gleiche Idee: eine Karte, einheitliche Cloud-Optimized GeoTIFFs, und je Kachel sichtbar, von wann die Befliegung stammt.
Ein Projekt wie dieses verursacht laufende Kosten und viel Arbeit. Der Grundsatz steht fest: Der einfache Zugang zu den amtlichen Open-Data-Beständen bleibt frei — das ist der Kern der Idee. Sollte das Portal wachsen, kann ich mir gut vorstellen, es durch professionelle Zusatzdienste zu tragen: Dinge wie garantierte Verfügbarkeit, individuelle Aufbereitungen oder Support für Unternehmen, die darauf bauen. Genau so funktioniert Open Data im besten Sinne — die Daten sind das Gemeingut, der Mehrwert darf ein Geschäft sein.
Wenn dir das Portal nützt, etwas fehlt oder du einen Fehler findest: Schreib mir — die Kontaktdaten stehen im Impressum. Offene Daten werden besser, wenn man über sie redet.
Und wer mag, kann über Ko-fi freiwillig einen Teil der Serverkosten mittragen — kein Muss, das Portal bleibt so oder so online.